Drucken

Der Wîp-Tag

Anläßlich der riesigen Welle der Emanzipation wurde ein Wîp-Kongreß einberufen. An einem bestimmten Tag sollten sich so viele Frauen wie nur möglich in der riesigen Wîp-Metropole "Emanzipa" treffen.
Bald war es dann auch so weit:
Von überallher strömten Wîp der verschiedensten Länder zusmmen und begannen gleich, ganz wild durcheinander zu schnattern.
Eine junge Türkin beklagte sich: „Trotz der Emanzipation müssen alle Türkinnen als Jungfrauen in die Ehe gehen!"
Eine polnische "huora" entgegnete der Türkin: „Ich als kebese bzw. huore wäre an deiner Stelle froh, meine Jungfräulichkeit so lange wie möglich behalten zu dürfen."
Ein paar Meter weiter hörte man eine "quena" laut schimpfen: „Bei uns im Orient werden wir wie Ware behandelt! Ich bin zwar die Haupthüsvrouwe meines Mannes, aber er hat noch eine kebisa! Vielleicht sogar mehrere! Das ist sogar legal!"
Wo man hinsah: nur Wîp.Von überall waren sie hergekommen:
Eine "diu" von einem Bauernhof, die erzählte, daß auch schon ihre Großmutter eine "dirne" gewesen sei.
Ein junges "magad", das sich mit seinem Job als Sekretärin in den USA sehr wohl fühlte.
Ein anderes "maget ", das in Portugal lebte, und natürlich noch viele Frauen mehr.
Ein kleines "diorna" von etwa acht Jahren suchte verzweifelt seine Mutter, zwei "wîp" stritten sich um denselben Mann - alles war nur noch ein großes Durcheinander.
Es gab kein Ziel dieses Wîp-Kongresses. Es war vielmehr ein riesiger Kaffeeklatsch, aber alle gingen zufrieden nach Hause.
Tja, so sind die Wîp nun mal.
U. Sch. 11 a/12-1996