Wissens-Produkte

Eine Epistemologie in der Subjektiven Didaktik kann nicht mehr nur von den Dualismen „Objekt – Subjekt“ und „Geist – Körper“ und der polaren Wertung „wahr – falsch“ ausgehen und mit den Dichotomien „Erklären – Verstehen“, „Ursache – Wirkung“ arbeiten, sondern im Sinne des bereits beschriebenen Paradigmenwechsels wird eine zirkuläre Organisationsform deutlich.
Dies ist die Art und Weise, in der die beteiligten Personen – Lehrende und Lernende – in der Driftzone funktionell untrennbar miteinander rekursiv verbunden sind.
Die Forderung nach einer Biographischen Selbstreflexion im Sinne der didaktischen Selbstaufklärung ist eine der ethischen Voraussetzungen für Didaktiker.
Die Erkenntnisprozesse und die jeweiligen Realitätskonstruktionen in der Didaktischen Driftzone sind als in sich rückbezügliche, synchrone und jeweils auf die interagierenden Personen bezogene, miteinander in Wechselwirkung stehende Prozesse anzusehen.
Dazu unterscheiden wir eine Stufung des Wissens:
  • in eine Oberflächen-Struktur des Wissens: Dazu rechnen wir
- Kognitives Geräusch (mit den entsprechenden Zeichen, Symbolen und Ritualen, z. B. das kurzfristige Abhören)
- Reproduktives Wissen (entsprechendes Symbol: Noten im Notenbuch, Zeugnis)
  • in eine Tiefen-Struktur des Wissens: Dazu rechnen wir
- die Konstruktion und Rekonstruktion von Wissen
- die Negation
- die Verfremdung und Dekonstruktion von Wissen
- die Mustererkennung, die Mustervariation und Musterveränderung
- das Verhältnis von Wissen und Vernunft

Diese beiden Grundunterscheidungen: Oberflächen-Struktur und Tiefenstruktur des Wissens, werden durch formaldidaktische Überlegungen erweitert:
Wir unterscheiden nicht nur die Art des Wissens nach deskriptiven und präskriptiven Zuschreibungen, sondern wir erkennen auch Unterschiede in der Dichte des Wissens. Gemeint ist damit die Verdichtung von reproduktivem Wissen zur einem Wissen mit Tiefenstruktur und Metacharakter.
In Zukunft ist Wissen nicht mehr in seiner inhaltlichen Quantität und deren Ausfächerungen zu definieren, sondern es geht um die Qualität des Wissens, vor allem in seiner Dimensionierung und Stufung, um seine sprachliche und gedankliche Architektur.


Edmund Kösel: ABC der Subjektiven Didaktik
Edmund Kösel: Die Modellierung von Lernwelten, 3 Bände, SD-Verlag Bahlingen

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