Resonanz

Didaktische Resonanz hat mit der Bildung von Bewusstseinsprozessen, energetischen Feldern und didaktischen Formen in der Driftzone zu tun. Systemtheoretisch heißt das: Jedes personale oder soziale autopoietische System bildet einen Rand und einen Kern. Sobald sich also ein soziales System gebildet hat, (z. B. eine Schulklasse) beginnt die operationale Geschlossenheit.
Sie macht dann die Mitglieder zu Konstrukteuren ihres Handelns im Rahmen ihres Systems und definiert den Kontakt mit seinen relevanten Umwelten durch Resonanzbildung. Resonanzen entstehen im System intern nur durch sogenannten Perturbationen, die von außen kommen. Sie müssen zunächst durch den Filter der systemeigenen Sprache und System-Geschichte, bevor das System selbst über Integration oder Konsequenzen dieser Anregungen entscheidet. Resonanzprozesse zwischen System und Umwelt stellen eingeschränkte Umweltoffenheit auf dem Gebiet der Informationsbildung dar. Operationale Geschlossenheit bedeutet Selektion. Wenn wir Unterricht beobachten, können wir ziemlich schnell intuitiv feststellen, ob eine Resonanz oder eine Leere zwischen dem Lehrenden und den Lernenden vorherrscht, ob also Anregungen eine Resonanz erzeugen oder nicht.
Eine Didaktische Resonanz wird erzeugt durch bereits vorhandene Muster bei den Beteiligten oder durch gemeinsam erarbeitete neue Muster. Sie ist um so spezifischer und wirksamer, je ähnlicher die Muster sind. Besonders spezifisch ist die Resonanz dann, wenn ein Wiedererkennen der eigenen früheren Zustände im Sinne einer Eigenresonanz vorliegt, denn diese Zustände sind bereits stabilisiert und in der Erfahrung erprobt. Die eigene Vergangenheit ist ein wichtiger Attraktor für die Resonanzbildung in der Gegenwart. Diese Eigenresonanz stabilisiert den Lernenden in seiner charakteristischen Form (Chreode) und harmonisiert die Entwicklung symmetrischer Strukturen.
Das Gleiche gilt für eine Lerngruppe, die eine symmetrische Gruppenresonanz entwickelt hat.
Wenn keine Resonanz entsteht, muss der Lehrende ein hohes Engagement aufbringen im Sinnen von Motivations- und Methodenkompetenz.


Edmund Kösel: ABC der Subjektiven Didaktik
Edmund Kösel: Die Modellierung von Lernwelten, 3 Bände, SD-Verlag Bahlingen

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