Kognitives Geräusch

Viele Tausende von Lehrenden sollen aus Systemgründen jeden Tag zu jeder Stunde ihren Stoff „durchbringen“. Jeder Lernende soll jeden Tag jede Stunde, ja sogar jede Minute diesen zugemuteten Stoff „aufnehmen“, „verarbeiten“, laienhaft gesagt „lernen“.
Diese Architektur des deutschen Bildungssystems ist, unter anthropologischen, lerntheoretischen und praktischen Gesichtspunkten gesehen, nicht realistisch. Es entsteht notwendigerweise viel kognitives Geräusch, d. h. es ist ein Spiel, das alle mitspielen müssen.
Dieses Kognitive Geräusch in der Didaktischen Landschaft hat seinen Sinn im Erhalt des Einheitsglauben des Bildungssystems und im Erhalt von Regelmäßigkeiten in einem System; schließlich ist es die unterste Legitimationsebene für den Glauben an eine Einheitsgesellschaft durch einen einheitlichen Lehrplan.
Dieser Mythos gilt im deutschen Bildungssystem nach wie vor und hat sich sogar rechtlich festgesetzt.


Edmund Kösel: ABC der Subjektiven Didaktik
Edmund Kösel: Die Modellierung von Lernwelten, 3 Bände, SD-Verlag Bahlingen

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