Als-ob-Didaktik

Diese Position tut so, als ob es eine objektive Wahrheit über Unterricht, Lehre und Lernen gäbe. Sie tut auch so, ob jeder Lernende in jeder Minute alles aufnehmen könnte, was der Lehrende in jeder Minute sagt und erwartet.
Eine „Als-ob-Didaktik“ bewegt sich ständig in einem widersprüchlichen, paradoxen Feld:
Lehrende wie Lernende müssen sozusagen „systematisch“ verschleiern, dass in der Schule gelernt werden muss, andererseits aber auch, dass viele Schüler die vermittelten Informationen nicht verstehen, nicht einordnen und strukturieren können, so wie es dem Lehrenden vorschwebt. Auf diese Weise entstehen affektlogische und kognitive Botschaften, die sich widersprechen.
Die Folgen im Schul- und Lernklima sind Missverständnisse, Gedächtnislücken, fortwährende Verengungen und Erweiterungen des emotional-kognitiven Aufmerksamkeitsfokus, z. B. weg von übergeordneten Bereichen hin auf völlig untergeordnete Bereiche.
Das Verhalten wird abwechslungsweise von positiv und dann wieder völlig negativ getönten Bezugssystemen gesteuert, d. h. von Harmonie bis hin zu bitterer Aggression und Ablehnung können alle Gefühle auftreten.
Dieses paradoxe affektlogische System führt dann zu einer negativen Generalisierung von all dem, was „Lernen“ und „Schule“ heißt.


Edmund Kösel: ABC der Subjektiven Didaktik
Edmund Kösel: Die Modellierung von Lernwelten, 3 Bände, SD-Verlag Bahlingen

 

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